Der Naturpark Fläming/Sachsen-Anhalt

Wer in den Fläming kommt, findet eine abwechslungsreiche Landschaft, jede Menge steinerne Zeitzeugen einer wechselvollen Geschichte und herzliche Menschen vor, die ihre Heimatverbundenheit und ihr Brauchtum bis heute pflegen. Der Fläming bietet Abwechslung und Ruhe zugleich. Im Landschaftsbild wechseln sich Wälder, Wiesen, Ackerflächen, naturnahe Bachläufe ab. Ebene und sanfte Hügel bieten gute Bedingungen für Wandern, Radfahren, Reiten und Nordic Walking. Über das gesamte Gebiet verteilt informieren verschiedenste thematische Lehr- und Naturerlebnispfade über die Besonderheiten von Fauna und Flora.

In den von farbenprächtigen Wiesen und Äckern umgebenen versteckten Flämingdörfern mit ihren Back- und Feldsteinkirchen, den Burgen und Mühlen findet man noch heute die Spuren der Besiedelung. Im 12. Jahrhundert wurden in Zuge der Ostexpansion von Albrecht dem Bären Holländer, Friesen, Westfalen und Flamen -daher der Name “Fläming”- in diesen Landstrich geholt, die das sumpfige Gebiet urbar machten. Sie brachten ihre Kultur, ihre Sprache und ihre Trachten mit. Auch ihre Erfahrungen beim Brunnen- und Mühlenbau konnten eingesetzt werden. Noch heute kann man an Ortsnamen, Familiennamen und Flurbezeichnungen den flämischen Ursprung erkennen.

Der Teil des Flämings, der in Sachsen-Anhalt liegt, wurde am 19. Dezember 2005 durch das Land Sachsen-Anhalt zum Naturpark “Fläming/Sachsen-Anhalt“ erklärt.

Gebietsdaten:

Fläche:

82.425 ha

Bevölkerung:

ca. 70.000 Einwohner

Flächenanteile:

Landkreis Anhalt-Bitterfeld:

25.387 ha (30,8%)

Landkreis Wittenberg:

50.774 ha (61,6%)

Stadt Dessau-Roßlau:

6.264 ha (7,6%)

Der Naturpark Fläming/Sachsen-Anhalt umfasst ganz oder teilweise die Städte Zerbst/Anhalt, Dessau-Roßlau, Coswig (Anhalt), Lutherstadt Wittenberg und Zahna-Elster. An den Naturpark “Fläming/Sachsen-Anhalt” grenzen im Norden der Naturpark Hoher Fläming (Brandenburg) sowie im Süd-Westen der Naturpark Dübener Heide an. Im Süden schließt sich das Biosphärenreservat „Mittelelbe“ an. In Deutschland gibt es derzeit 104 Naturparke, die 28% der Fläche der Bundesrepublik Deutschland ausmachen. Fast alle Naturparke sind im Verband Deutscher Naturparke e.V. organisiert.

Natur und Landschaft des Flämings Der Naturpark “Fläming/Sachsen-Anhalt” zeichnet sich durch eine eiszeitlich entstandene Landschaft mit flachwelligem Relief aus. Er liegt eingebettet zwischen dem Urstromtal der Elbe im Süden und dem Hohem Fläming im Norden. Die gesamte Oberfläche besteht aus eiszeitlich gebildeten oder abgelagerten Substraten. Der Boden ist sandig bis sandig-lehmig. Ehemalige Schmelzwasserabflüsse bildeten flache Täler, die heute Trockentäler sind oder von rezenten Fließgewässern durchflossen werden. Das Gelände steigt von Höhen zwischen ca. 70 m am Südrand bis auf 160 m an. Die höchste Erhebung im Naturpark ist der Michelsberg, nördlich von Lutherstadt Wittenberg mit 185 m Höhe. Prägend in der heutigen Landschaft des Naturparks sind vor allem ausgedehnte Ackerflächen (47%), saftige Wiesen, kleine Bäche und naturnahe Wälder (44%). Hier nehmen Nadelwälder mit 67% der gesamten Waldfläche den größten Teil ein, während reine Laubwälder mit 5% der gesamten Waldfläche nur eine untergeordnete Rolle spielen.

[Quelle: Pflege- und Entwicklungskonzept für den Naturpark Fläming/Sachsen-Anhalt (PEK)]

Schutzgebiete im Naturpark (Auswahl)

Europäisches Vogelschutzgebiet (SPA)

Zerbster Land

(6207 ha)

Flora-Fauna-Habitat-Gebiete (FFH)

Friedenthaler Grund

(167 ha)

Klebitz-Rahnsdorfer Feldsölle

(327 ha)

Küchenholzgraben bei Zahna

(42 ha)

Feuchtwiesen bei Dobien

(12 ha)

Naturschutzgebiete

Pfaffenheide-Wörpener Bach

(476 ha)

Rathsbruch

(13 ha)

Buchholz

(42 ha)

Jütrichauer Busch

(26 ha)

Landschaftsschutzgebiete

Westfläming

(9815 ha)

Rosslauer Vorfläming

(19703 ha)

Wittenberger Vorfläming und das Zahnabachtal

(10895 ha)

Zerbster Nuthetäler

(4989 ha)

Spitzberg

(1448 ha)

Gewässer im Naturpark

Das größte Gewässer im Naturpark ist die Elbe. Sie begrenzt den Naturpark im Süden. Mehrere Flämingbäche und kleine Flüsse im Naturpark münden in die Elbe.

Der Naturpark verfügt über ein ausgedehntes, manchmal gut ausgebautes, manchmal aber auch naturbelassenes Gewässersystem. Hier sind Rossel, Zahna, Nuthe, Olbitzbach, Grieboer Bach, Wörpener Bach, Rischebach und Krähebach zu erwähnen. Der Naturpark ist im Vergleich zu anderen Naturparken ausgesprochen arm an Seen und Teichen. Als die bedeutendsten, jedoch meist künstlich angestauten, sind der Deetzer Teich, das Flämingbad in Coswig, der Große Teich östlich von Dobien, sowie das Rückhaltebecken Bone zu nennen.

Biotoptypen im Naturpark

  • Trockenrasen und Heiden (Wolterdorfer Heide)
  • Erlen- und Eschenwälder an Fließgewässern (Olbitzbach, Pfaffenheide, Grieboer Bach)
  • Nass-, Feucht- und Frischwiesen (Pfeifengraswiese; magere Flachland-Mähwiesen)
  • Hainsimsen-Buchenwald (Göritz)
  • Trockene Eichenwälder (am Apollensberg)

Bedeutende Tierarten im Naturpark

  • Fischotter (Rossel)
  • Diverse Fledermausarten (insbesondere Mopsfledermaus am Schloss Zerbst und in Coswig)
  • Biber (Zahnabach, Rischebach, Grieboer Bach)
  • Schwarzblauer Ameisenbläuling (Südgrenze Richtung Elbe)
  • Schwarzstorch (Golmenglin, Nuthe)
  • Ziegenmelker (Woltersdorfer Heide, Golmenglin)
  • Bekassine (Obere Nuthe)
  • Rotbauchunke (Rahnsdorfer Feldsölle; Obere Nutheläufe)
  • Bachneunauge (Griebo, Olbitzbach, Zahnabach, Rossel)
  • Heldbock (Alteichen mit Sonnenexposition; Rossel, Golmenglin, Nuthe)

Bedeutende Pflanzenarten im Naturpark

  • Diverse Wintergrüngewächse, insbesondere Grünliches Wintergrün (in Eichenmischwäldern und Kiefernforsten)
  • Schlangenwurz in Bruchwäldern und Mooren
  • Königsfarn in Bruchwäldern und Mooren
  • Lungen-Enzian in Feuchtwiesen
  • Arnika in Feuchtwiesen
  • Lämmersalat in Ackerfluren
  • Südlicher Wasserschlauch in Seen
  • Knäuel-Glockenblume auf Magerrasen
  • Knabenkraut in Feuchtwiesen
  • Großer Wiesenknopf (Nahrung und Eiablagepflanze für Schwarzblauen Ameisenbläuling)

Geologische Besonderheiten im Fläming

Im Gebiet des gesamten Fläming stoßen Sie immer wieder auf Findlinge und Rummeln.

Ein Findling ist ein meist einzeln liegender großer Stein, der durch Gletscher während der Eiszeiten in seine heutige Lage transportiert wurde.

Die bekanntesten Findlinge im Fläming sind:

  • Saustein, nordöstlich von Serno, Forstrevier Göritz, am Wanderweg Nr. 13
  • Lutherstein im Forstrevier Göritz, etwa 1,5 km nordwestlich von Göritz, am Wanderweg 17a
  • Gedenksteine im Park von Bärenthoren,
  • Teufelsstein in Meinsdorf an der Kreisstraße,
  • Gedenkstein mit Inschrift im Vorhof des Coswiger Schlosses,
  • Bähr-Gedenkstein mit Inschrift, unmittelbar am Bismarckstieg,
  • Jahn-Gedenkstein in Rosslau an der Kreuzung Hauptstraße/Küchenbreite
  • Teufelsstein von Nedlitz, unmittelbar an der Straße Nedlitz – Hagendorf
  • Teufelsstein bei Lindau am Rundwanderweg

Übrigens, der größte Findling Deutschlands, liegt vor der Küste von Rügen, hat eine Masse von 1600 Tonnen und ein Volumen von 600 Kubikmetern.

Als Rummeln bezeichnet man Trockentäler. Die Täler vertieften sich infolge der vom Menschen verursachten Bodenerosionen. Ihre Entstehung verdanken sie der Eiszeit, in der der gefrorene Boden kein Schmelzwasser aufnehmen konnte und das Wasser deshalb oberflächlich abfloss und dabei riesige Furchen hinterließ.

Die bekanntesten Rummeln im Fläming liegen im Brandenburger Fläming:

  • Neuendorfer Rummel – wurde als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, ist ca. 1 km lang und besitzt 15 – 20 Meter hohe Steilhänge, die mit Bäumen, Ginster und Heckenrosen bewachsen sind
  • Garreyer Rummel
  • Brautrummel – in der Nähe von Grubo ist ein von Nord nach Süd verlaufendes ca. 1 km langes Trockental mit bis zu 7 Meter hohen Steilhängen.

Die Brautrummel lässt sich für den Besucher noch gut als Ganzes erkennen. Nach der Überlieferung erhielt sie ihren Namen, weil eine junge Frau, die sich bei heftigem Regen auf dem Heimweg befand, von den plötzlich durch das Trockental heranstürmenden Wassermassen überrascht wurde und darin ertrank.

Naturpark Fläming Sachsen-Anhalt

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