„Expertenseminar“ zur naturschutzkonformen und professionellen Abwicklung von Landschaftspflegeprojekten

Herr Bohl vom Naturpark „Hoher Fläming“ berichtet über den Vertragsnaturschutz in Brandenburg
Exkursion in den Friedenthaler Grund
Expertenseminar

Die Naturschutzprojekte, die der Landkreis Wittenberg mit Unterstützung des Naturparkes Fläming e.V. seit 2011 durchführt, zeigten einen Bedarf zum länderübergreifenden Erfahrungsaustausch auf, um sich den wachsenden Herausforderungen der naturschutzkonformen und professionellen Abwicklung von Landschaftspflegeprojekten stellen zu können.

Am 03. Juli 2019 führte daher der Naturpark Fläming / Sachsen-Anhalt, in Kooperation mit dem Naturpark Hoher Fläming und der Evangelischen Akademie Wittenberg in Wüstemark, ein erstes „Expertenseminar“ zur Planung und Durchführung von Landschaftspflegeprojekten durch. 24 Teilnehmer aus ganz Sachsen-Anhalt, insbesondere Vertreter der Landesverwaltung und der Naturparke, aber auch Vertreter großer Landschaftspflegefirmen, fanden sich im Bürgerhaus Kropstädt ein.

Im Rahmen des ELER-Projektes war dieser Erfahrungsaustausch 2016 bereits vorgeplant worden. Die Erkenntnisse zu Ausschreibungen und Landschaftspflegearbeiten der letzten beiden Projektjahre sollten, anhand neuer flächenkonkreter Leistungsverzeichnisse und Leistungsbeschreibungen, in das Seminar einfließen. Inhaltlich war dabei von Vorteil, dass Grundinstandsetzungs- und weiterführende Pflegemaßnahmen einer großen Bandbreite unterlagen. So ergaben sich große Unterschiede in der Geländecharakteristik, von trockenen bis feuchten Wiesen oder von Ebenen bis Hanglagen.

Folgenden Fragen wurde nachgegangen:

  • Wie plane ich Grundinstandsetzung und Landschaftspflege?
  • Welche Anforderungen werden an Leistungsbeschreibungen und Leistungsverzeichnisse gestellt?
  • Wie werden die immer strenger werdenden Vorgaben von Landschaftspflegefirmen angenommen und ausgeführt?
  • Können sich die Ergebnisse im Naturpark Fläming/Sachsen-Anhalt sehen lassen?
  • Welche Erfahrungen gibt es mit dem Auffinden von Nachnutzern und wie werden die naturschutzfachlichen Vorgaben in der Nachnutzung verwirklicht?

Frau Inken Grauert, Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Wittenberg, begrüßte als Projektträger die Gäste. Frau Ciciewski, Geschäftsführerin des Naturparkes Fläming e. V. und Herr Dr. Pfeiffer, begrüßten die Gäste im Namen des Naturparks Fläming / Sachsen-Anhalt und der Evangelischen Akademie Wittenberg.

In sogenannten Impulsvorträgen wurde das ELER-Projekt durch Herrn Dr. Klaus Meier (Projektmitarbeiter Naturpark Fläming e.V.) und die „Kalkulation im [brandenburgischen] Vertragsnaturschutz“ durch Herrn Steffen Bohl (Naturparkleiter im Naturpark „Hoher Fläming“) vorgestellt.

Nach einer regen Diskussion, unter anderem über naturschutzfachliche Auswirkungen der wiederherstellenden Landschaftspflege auf Arten und Landschaftsbild, wurde am Nachmittag eine Exkursion auf die Projektflächen im Friedenthaler Grund bei Wüstemark unternommen.

Im Ergebnis lässt sich feststellen, dass flächenkonkrete Vorgaben in Leistungsverzeichnissen und strenge Leistungsbeschreibungen sinnvoll sind, aber nicht zu kleinteilig sein dürfen. Die Vorgaben müssen flexibel handhabbar sein, um auf artenschutzfachliche (Kraniche, Biber usw.) und witterungsbedingte Herausforderungen (Nässe und Waldbrandgefahr) reagieren zu können.

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