Maßnahmen im FFH-Gebiet Obere Nuthe-Läufe zur Sicherung bedeutender FFH-LRT/Arten und der Rückbau von zwei Wehren an der Grimmer Nuthe bei Zerbst/Anhalt

Wehr 258 an der Neuen Mühle, vor dem Rückbau
Wehr 258 „Neue Mühle“ Bearbeitung des Betons mit einem Pressluft-Hammer
Wehr 258 „Neue Mühle“ Bearbeitung des Betons mit dem Greifer am Schreitbagger
Wehr 258 „Neue Mühle“ nach Einbau des Kieses in die Gewässersohle
Wehre 103 bei Zernitz vor dem Rückbau
Wehre 103 bei Zernitz – Entnahme von bewehrten Betonprofilen
Wehre 103 bei Zernitz – Hochwertiger „blauer“ Beton mit sehr viel Stahlbewehrung
Wehr Neue Mühle

Zur Entwicklung des europaweit geschützten Lebensraumtyps „Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitrichio-Batrachion“ und damit einhergehend der Förderung von natürlichen Fortpflanzungsstätten für die hiesige Fischfauna sowie der Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit, sollen an der Grimmer Nuthe bei Zerbst zwei Wehranlagen zurück gebaut werden. Das Projekt, gefördert aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und des Landes Sachsen-Anhalt, setzt damit die 2017 mit dem Umweltsofortprogramm Sachsen-Anhalt begonnenen Rück- und Umbauten an der Nuthe bei Zerbst (Anhalt) fort.

Die Maßnahme wird von Mai bis Dezember 2019 durchgeführt.

Aktueller Stand:

Die für die Bauausführung verantwortliche Projektsteuerung (EMC – Gesellschaft zur Erfassung von Umweltdaten mbH) aus Erfurt nahm im Juni ihre Arbeit auf. Die Ausschreibung für die Baumaßnahme war am 30. August beendet. Den Zuschlag erhielt die BSD Baustoff- und Gewässersanierungs GmbH aus Dessau. Am 4. September fand ein erstes Treffen mit der Firma statt. Am 10. September begann der Rückbau der Wehre. Am Mittwoch, 25. September setzte die Baufirma, nach Fertigstellung des Kiesbettes am Wehr 258 „Neue Mühle“, ihre Maschinen zum Wehr 103 um. Die Baumaßnahme wurde mit dem Einbau des Kieses in die Gewässersohle am Montag, 30. September beendet. Wie sich herausstellte waren die U-Profile, die zur Auskleidung des Gewässers im Bereich beider Wehre dienten, stark mit Stahl bewehrt. Dies führte zu einem Mehraufwand und zu höheren Kosten für den Rückbau.

Nach dem Rückbau der Wehre wurde, zur Erschließung neuer Lebensräume sowie Laichhabitate, größendifferenzierter Grobkies als Kieslaichhabitate eingebracht. Zu den davon profitierenden Arten zählen u.a. der Lachs (Salmo salar), das Bachneunauge (Lampetra planeri) und die Meerforelle (Salmo trutta trutta).

Im Bereich des ehemaligen Wehres bei Kuhberge, welches 2017 zurückgebaut wurde, konnte bereits eine erste Laichgrube festgestellt werden. Die geschaffenen Habitate werden demnach angenommen.

Von der Hochschule Magdeburg-Stendal wird das Projekt wissenschaftlich begleitet. Prof. Dr. Volker Lüderitz und sein Team beprobten die schon 2017 umgebauten und die jetzt zurückgebauten Wehre vorab auf das sogenannte Makrozoobenthos (im Gewässer lebende Tiere, u.a. Insekten)

Das Projekt wird in enger Abstimmung mit dem Unterhaltungsverband Nuthe-Rossel, dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW), der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Anhalt-Bitterfeld und dem Institut für Binnenfischerei durchgeführt. Die Flächennutzer werden bei der Abwicklung der Maßnahmen voll einbezogen.

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